Jan 27
Usability im Backend
icon1 alex | icon2 TYPO3 | icon4 01 27th, 2009| icon36 Comments »

Wird über TYPO3 gesprochen, kommt über kurz oder Lang das Argument, das es schwer zu bedienen sei, unübersichtlich und für den Laien (Kunden) nicht leicht zu verstehen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Es ist eher so, das die Usability im Backend von den Integratoren, also den Agenturen, die den Webauftritt mit TYPO3 umsetzen, vernachlässigt wird. Dabei könnte es so einfach sein.

TYPO3 kennt mitunter nicht nur einen Weg zum Ziel, sondern wie Rom, derer viele. Das kann verwirren. Hier ist es die Aufgabe des Integrators durch geschickte Backendanpassung den Redakteur zu führen. Die goldene Regel dazu lautet: Nur was zur Pflege der Seite benötigt wird, sollte auch verfügbar sein. Es soll Kundenwebseiten geben, auf denen die Redakteure mit Admin-Rechten arbeiten. Das Ergebnis sind überforderte Redakteure und abgeschossene Webseiten. Aber wie genau passt man eine Seite für den Redakteur an? Hier ein paar hilfreiche Tipps:

Setzen Sie restriktive Rechte. Kein Redakteur benötigt Zugang zum Template. Geben Sie nur die Seiten im Seitenbaum frei, auf denen der Redakteur etwas bearbeiten muss. Beispielsweise den SysOrdner mit den News-Datensätzen. Auch die Tabellen sollten restriktiv freigegeben werden. Soll der Redakteur beispielsweise keine zeitgesteuerten Inhalte anlegen, benötigt er auch „Start“ und „Stop“ nicht. Alle Rechte sollten nur über Benutzergruppen definiert werden. Das vereinfacht die Administration mehrerer Redakteure und sorgt für Übersicht.

Formulare sollten an die Bedürfnisse des Redakteurs angepasst werden. Beispiel News mit tt_news. Normalerweise werden die Felder in Tabs aufgeteilt. Wenn der Redakteur die Hälfte der Felder nicht benötigt, werden diese für ihn deaktiviert. Tabs sind nun nicht mehr nötig, also werden sie ebenfalls abgeschaltet und das Formular auf nur einer Seite präsentiert. Es macht auch Sinn, die Reihenfolge von Formularfeldern zu ändern. Um beim News-Beispiel zu bleiben: Wenn im Frontend nach der Überschrift erst mal ein Bild kommt, ist es sinnvoll die Felder für die Bilder unter die Überschrift zu setzen. So kann der Redakteur einen Punkt nach dem anderen abarbeiten, wie er auch auf der Webseite dargestellt wird.

Nutzen Sie Aufgaben. Mit Aufgaben können Sie sehr einfach eine Listendarstellung von Datensätzen mit eigenen Bedingungen erstellen. Auch neue Datensätze können so einfach erstellt werden. In den Benutzereinstellungen wird die Aufgabenseite als Startseite gewählt, so kann der Redakteur seine Aufgaben sofort wahr nehmen, ohne sich erst durch den Seitenbaum arbeiten zu müssen.

Extensions sollten mit Backend-Modulen ausgestattet werden wenn es Sinn macht. Wenn Sie eigene Extesions entwickeln, sollten Sie genau überlegen, wie sie im Backend eingesetzt werden kann. Es macht einen Unterschied, ob der Benutzer nur über das Listenmodul auf Datensätze zugreifen kann, oder ob er ein eigenes Modul dafür vorfindet, das die Daten optimal für ihn aufbereitet. Ein schönes Beispiel ist die relativ neue Extension T3BLOG, die dem Benutzer vier eigene Module bietet, mit der die Blogpostings, Kommentare, Kategorien und die Blogroll verwaltet werden können. Es reicht, diese dem Redakteur frei zu schalten.

Bearbeitet ein Redakteur vorwiegend Inhaltselemente wie Texte und ähnlichem, ist er mit Frontend-Editing besser beraten, als mit dem Backend. Er kann durch die Seite navigieren und sie direkt bearbeiten. Aber auch hier gilt es, die Formulare entsprechend anzupassen und die Rechte zu setzen.

All diese Maßnahmen zusammengenommen ergeben ein aufgeräumtes Backend, in dem sich jeder Redakteur sofort zu Recht findet. So nehmen Sie dem Kunden Angst und Frust und verhelfen ihm sich auf die Aufgaben zu konzentrieren – und nicht auf das Backend.

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